Kurzmitteilung
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Der perfekte Muffin – Howard Moskowitz

Als ein Food-Blogger und Liebhaber von Essen, ist es nicht verwunderlich, dass ich auf der Suche nach dem besten Muffin, Schokokuchen oder Nachtisch bin. Das perfekte Rezept, bei dem alle schwach werden. Oh wie gerne würde ich das Rezept für den perfekten Muffin posten und damit die Welt ein wenig süßer machen!  Ich habe mich auf die Suche gemacht und folgendes herausgefunden:

Den perfekten Muffin für alle gibt es nicht. (Das war ein kleiner Schock für mich.) Es wird ein Rezept geben, mit dem man im Durchschnitt, eine relativ hohe Zahl Menschen relativ glücklich machen kann. Für meinen Geschmack ist das zu viel relativ. Niemand möchte hören: „Ja, den Muffin finde ich relativ gut.“. Das ist nicht gut genug für mich.

Wie ich darauf komme, dass es nicht den perfekten Muffin gibt? Ich bin ein großer Freund von Ted.com eine Seite auf der schlaue Menschen über Ideen sprechen, die Ihnen am Herzen liegen. Auf der Suche nach detaillierten Informationen über Zucker, habe ich mir auch Malcom Gladwells Vortrag angehört der heißt: Chocice, happiness and spaghetti sauce.

Malcom spricht über Howard Moskowitz einen Psychophysiker. Howards Job ist es Firmen zu beraten, die ihre Produkte verbessern wollen. Unter anderem eine Firma die Spaghetti Sauce herstellt.

Howard erhob eine Studie, bei der Testesser viele verschiedene Spaghetti Saucen mit 1-100 Punkten bewerten sollten. Das neue war nun, dass Howard nicht die beste Sauce suchte, sondern in der Flut von Ergebnissen nach Gruppen Ausschau hielt. Er suchte nach Datenpunkten die etwas gemeinsam hatten. Er tat dies, da er nicht wie erwartet eine perfekte Kurve mit eindeutigem Ergebnis erhielt (die Sauce ist die Beste), sondern sehr undurchsichtige Haufen von Ergebnissen. Howard schloss daraus, dass es nicht die perfekte Sauce geben konnte (darauf war vorher niemand gekommen).

Für Spaghetti Sauce konnte er drei Gruppen ausfindig machen: die einfache Spaghetti Sauce, die würzig-scharfe und die extra-grobe Spaghetti Sauce. Für Howard war das der Durchbruch, denn es gab keine extra-groben Saucen auf dem damaligen Markt und sein Kunde verdiente Millionen als die Ersten, die grobe Spaghetti Sauce auf den Teller brachten.

Faszinierend für mich ist der Ansatz, der daraus folgt: Der Verstand weiss nicht, was die Zunge mag. Man hat Jahrelang Kunden gefragt, wie sie gerne ihre Sauce hätte, was die perfekte Sauce für sie ausmacht und nie hat einer gesagt „Hey, ich hätte echt gerne Stückchen.“. Obwohl 1/3 der Amerikaner grobe Sauce am liebsten essen. Das tut ein bisschen weh, finde ich. Ich soll nicht wissen, was ich am liebsten esse? Echt jetzt? Die Daten liegen vor. Wir hatten Jahrzehnte Zeit es selbst zu erkennen, aber keiner hat die Stückchen verlangt.

Vielleicht ist es Zeit mehr darauf zu achten, was wir essen und was wir daran mögen. Ich glaube, um uns selbst am glücklichsten zu machen, müssen wir einfach nur auf uns achten und ab und zu etwas Neues probieren. Leichter gesagt als getan aber immerhin ein Anfang.

Für mich entwickelt sich daraus eine spannende Frage: Welche Gruppen von Muffin-Liebhabern gibt es? Wie finde ich das heraus? Wie beschreibe ich einen Muffin am akkuratesten?

Howard sagt, dass es keine guten oder schlechten Produkte gibt, sondern nur unterschiedliche Produktarten, die zu unterschiedlichen Menschen passen. Ein Puzzle also. Für mich stellt sich die Frage, wie ich meine Rezepte Beschreiben könnte, sodass Menschen erahnen können, ob ein Rezept zu Ihnen passt oder nicht.

Dieses Silvesteressen mit einem amerikanischen apple pie versüßen. Mit der deutschen Übersetzung gelingt dieses Rezept immer. Ohne Ei und mit viel Zimt kann dieses Rezept leicht vegan umgewandelt werden.

„Ich werde alt, ich mag auf einmal XY.“ Kennt ihre diesen Satz? In letzter Zeit sage ich ihn öfters. Besonders gewundert hat mich das bei Apfelkuchen. 20 Jahre meines Lebens mochte ich keinen Apfelkuchen. Habe ich nie mehr in Restaurants bestellt oder gar selbst gebacken. Manchmal kann man aber schlecht „nein“ sagen. Auf einem Geburtstag zum Beispiel. Stellt sich raus der Geburtstagsapfelkuchen war lecker. Also habe ich, als ich von meinen Nachbarn Äpfel geschenkt bekommen habe, meinen ersten eigenen Apfelkuchen gebacken und war begeistert.

Nachdem ich Howards Sicht auf Geschmack kennengelernt habe, macht der Apfelkuchen auf einmal Sinn für mich. (Vielleicht bin ich auch die Einzige, die das erst jetzt realisiert und versucht umzusetzen, aber:) es gibt verschiedene Gruppen von Apfelkuchen und ich mag einfach nur ein paar davon nicht. Ich werde älter und lerne mehr Varianten kennen. Eigentlich einfach. Welche Dinge ich wohl noch alle „nicht mag“, obwohl es Varianten da draußen gibt, die perfekt für mich sein könnten?

Um möglichste viele Menschen mit meinen Rezepten glücklich zu machen, sollte ich nicht nach dem perfekten Rezept suchen, sondern vielleicht nach Varianten eines Rezeptes. Eine Vielfalt von Apfelkuchen Rezepte für einen Haufen verschiedener Bäcker. Das Glück liegt in der Vielfalt.

Der Perfekte Muffin für mich? Ich denke ich werde ein Testessen veranstalten. Welch ein wunderbarer Grund viele verschiedene Muffins zu backen.

Was glaubt ihr sind die Gruppen von Muffins, die Leute lieben?

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